Aus der Geschichte der Pfarrei

Von 1109 bis zur Säkularisation im Jahre 1803 verrichteten die Patres des Benediktinerklosters die Seelsorge in der Ortschaft Mallersdorf. Nach der Säkularisation wurde die Seelsorge von Westen versehen. Bereits seit dem Jahre 1914 konnte der Kooperator  von Westen in Mallersdorf wohl ein Wohnhaus beziehen, aber das Verhältnis zur Pfarrei Westen blieb.  Die Umstände veranlaßten den Gemeinderat von Mallersdorf zum Stiftungsbrief der katholischen Pfarrei Mallersdorf.

Dieser Stiftungsbrief lautete:

"Die Seelsorge in Mallersdorf, ehedem durch den Benediktinerkloster daselbst ausgeübt, wurde nach der Säkularisation des Klosters durch  den Kooperator von Westen aus versehen. Bei der Organisation wurde Mallersdorf der Sitz dreier Behörden: Landgericht, Amtsgericht, Rentamt. Die Seelenzahl und die Seelsorge nahm damit einen ganz bedeutenden Umfang an. Zunächst leistete die Klostergeistlichkeit (Superior, Assistent, Beichtvater)  der von Pirmasens von Mallersdorf übergesiedelten Armen Franziskanerinnen ganz wesentliche Mithilfe in der Seelsorge, jedoch mit der Ausdehnung des Klosters mußte dasselbe die von ihm angestellten und bezahlten Geistlichen ganz für sich in Anspruch nehmen. Der Wunsch der Bewohner in Mallersdorf nach einem in Mallersdorf wohnenden Seelsorger führte nunmehr zur Gründung des Seelsorgevereins (i.J. 1909) mit dem Zwecke, allmählich die Mittel für Errichtung einer eigenen Seelsorgestelle in Mallersdorf zu beschaffen. Pfarrer Math. Faltermaier, freiresignierter Pfarrer von Hofkirchen, der in Mallersdorf seine letzten Lebenstage verbrachte, hatte testamentarisch sein Haus in Mallersdorf dem Bischöflichen  Stuhl für diesen Zweck vermacht. In Ausführung dieses Testamentes wurde im Jahre 1914 der Kooperatur von Westen nach Mallersdorf exponiert, so daß von jetzt an der Seelsorger in Mallersdorf wohnt; aber das Verhältnis zur Pfarrei blieb; Mallersdorf war eine Kooperatur von Westen mit all den Verpflichtungen die mit solchen Stellungen verbunden sind. Der Wunsch nach einer vollständigen stelbstständigen Stellung ruhte noch immer nicht, so daß der Seelsorgeverein im Dezember 1920  aufs neue mit einem Appel an seine Mitglieder herantreten konnte. Alle diese haben so bereitwillig begesteuert, daß die Dotation der Pfarrei sichergestellt war."

Der Bezirk der bisherigen Tochtergemeinde Mallersdorf bildete den Sprengel der katholischen Pfarrei Mallersdorf mit dem Sitz in Mallersdorf. Zur Pfarrei gehören: Ortschaft Mallersdorf, Ortschaft Ettersdorf, Weiler Ried, Einöde Seethal, sämtliche in der politischen Gemeinde Mallersdorf, - ferner aus der politischen Gemeinde Niederlindhart, Neumallersdorf, Weiler Bahnstation mit einer Gesamtseelenzahl von 1117.

Das Einkommen setzte sich zusammen aus den Zinsen der Ausstattungskapitalien, aus dem Genuß der freien Wohnung samt Zubehör sowie aus Einnahmen für besonders bezahlte Dienstverrichtungen wie Stiftgottesdienste, Stolarien, Bruderschaften.

Als Pfarrkirche ist bestimmt die bisherige Tochterkirche. Als Pfarrhaus geht das zur Zeit noch dem Bischöflichen Stuhle in Regensburg gehörende bisherige Expositur-Anwesen Hs.Nr.11 1/2  samt Zubehör in Mallersdorf auf Pl.Nr. 165 1/2 in das Eigentum der Pfarrpfründe über. Die Baupflicht an diesen beiden Kultusgebäuden bemißt sich nach den darüber gefaßten, unterm 18. Mai staatsaufsichtlich genehmigten Beschlüssen der ortskirchlichen Vertretungskörper vom 9. bis 14. März und vom 13. Mai 1921,  nämlich: die Baupflicht an der künftigen Pfarrkirche obliegt wie bisher dem Staatsärar, die Baupflicht am Friedhof (mit Ausnahme des Leichenhauses und der südlichen Friedhofmauer) sowie am künftigen Pfarrgebäude mit Gartenumfriedung trägt primär die Pfarrkirchenstiftung Mallersdorf. Die katholische Pfarrei Mallersdorf wird vom Bischof von Regensburg frei verliehen."

Dieser Stiftungsbrief wurde am 20. August 1921 von der Kirchenverwaltung Westen und Kirchenverwaltung Mallersdorf genehmigt. Der Gemeinderat Mallersdorf unter Vorsitz von Bürgermeister Hans Kolbeck genehmigte den Stiftungsbrief am 24. August 1921, somit ist die Pfarrei St. Johannes, Mallersdorf, fast 80 Jahre alt und hat eine über 800-jährige Kirchengeschichte.